Machen Sie sich ein paar schöne Ferienstunden beim

Sommertreff

am Samstag, den 4. August 2004

ab 15.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Bondorfer Str. Niederbachem

Das Wachtbergtrio sorgt für musikalische Unterhaltung.
Ilse Fuß liest Texte zum Sommer.

Es gibt Kaffee und Kuchen, kalte Getränke und Wurst vom Grill.



Alle Zuhausegebliebenen sind herzlich eingeladen!




Sommerfest am 4.8.04
- oder -
Wie man einen verregneten Sommertag angenehm verbringen kann

Der Sommer hat viele Gesichter. Diesmal zeigte er uns sein Regengesicht. Die auf der Terrasse des Evangelischen Gemeindehauses aufgestellten Zelte, Sonnenschirme, Tische und Bänke blieben ungenutzt und konnten nur einladend den Weg weisen in den schönen geräumigen Gemeindesaal. Aber dort fand der Besucher alles, was einen verregneten Sommernachmittag gemütlich macht: Am reichhaltigen Kuchenbüfett konnte man unter 12 delikaten Werken Niederbachemer Backkunst wählen. Da war wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Getränke wurden sogar am Tisch serviert.

An den Sechsertischen kam man leicht ins Gespräch auch wenn man sich nicht so gut kannte, und eigentlich wäre gar kein besonderes Programm nötig gewesen. Aber als das Wachtbergtrio auftrat (Fritz Schreyer, Jörg Weyres, Franz Schmitz) , da wussten diese drei ihre Zuschauer mit ihren Liedern zur Gitarre schnell in den Bann zu schlagen. In drei Blöcke teilten sie ihre Darbietung: Zuerst Stimmungsmacher wie La Montanare, und Griechischer Wein, dann neuere Lieder z. B. Über den Wolken und schließlich Lieder von den Commedian Harmonists, die in vielen alte Erinnerungen weckten und zum Mitsummen einluden. Zwischen den musikalischen Blöcken las Ilse Fuss Sommergedichte der leichteren humorvollen Art von Rilke über Goethe und Heine bis Ringelnatz und Robert Gernhardt. Von Letzterem, dem Scharfzüngigen (geb. 1937), der die kleinen Schwächen der Menschen aufdeckt, ohne sein mitfühlendes Verstehen zu verleugnen, ein Beispiel, überschrieben „MARLEENS SOMMER“ Gernhardt hat darin ein recht subtiles Bild gefunden für enttäuschte Urlaubserwartungen.

Mit Bratwurst, Bier und Wein klang das Fest aus. Frau Schlesinger sei für die Organisation und vielen Vereinsmitgliedern für ihren tatkräftigen Einsatz beim Transportieren, Aufbauen und Abräumen, beim Spülen und Bedienen, herzlich gedankt.

I. Fuß

Marleens Sommer

von Robert Gerhardt

Es ist Sommer und
Marleen fährt ans Meer.
sie aalt sich im Sand
und zeigt alles her.
sie gibt der Sonne
reichlich zu schaun -.
Aber irgendwie wird ihr Bauch nicht braun.

Eine Woche ist um,
und Marleen weiß mehr.
Sie hat sich erholt
und macht mächtig was her.
Die Männer schaun gierig
und giftig die Fraun -.
Aber irgendwie wird ihr Bauch nicht braun.

Zwei Wochen. Jetzt
braucht Marleen einen Kick.
Als der Typ sie anmacht,
lehnt sie sich zurück
und denkt im stillen:
Mach zu du Clown -.
Aber irgendwie wird ihr Bauch nicht braun.

Drei Wochen. Mehr
ist leider nicht drin.
Noch einmal hält
sie den Körper hin.
Der Sonne zuerst,
sodann ihrem Faun -.
Aber irgendwie wird ihr Bauch nicht braun.

Das wars. Im Büro
fragt die Freundin: Na?
Na ja, sagt Marleen,
es war alles da.
Ich habe gepflegt auf den Pudding gehaun -
aber irgendwie -
aber irgendwie -
aber irgendwie wurde mein Bauch nicht braun.