Ausstellung des Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem e.V.

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Begegnung mit der Geschichte
 Niederbachem als archäologischer Fundort 

Fundstücke aus der Jungstein- und der Römerzeit

Vom 12.9.2002 bis zum 26.9.2002 während der Öffnungszeiten in den Schalterräumen der Bad Godesberger Kreditbank
Konrad-Adenauer-Str. 50 in Niederbachem

Konzeption u. Gestaltung: Dr. Harald Uhl

Liste der Exponate

5000 Jahre Geschichte Niederbachems sichtbar und anschaulich: Diese Aufgabe stellte sich die Ausstellung des HVN, die vom 12. - 26. September d. J. in der Zweigstelle Niederbachem der Bad Godesberger Kreditbank stattfindet. Der Anstoß kam durch den Fund eines Steinzeitbeils durch Michael Meyer im Herbst 2001 - der zweite Fund dieser Art in Niederbachem nach dem durch Josef Velten 1973. Niederbachem war vermutlich kein steinzeitlicher Siedlungsplatz, sondern Jagdgebiet und Durchgangsstation auf den Wegen zum Rhein. Der 2. Fund bestätigt in Verbindung mit Funden in Ließem und Adendorf eine, wenn auch sporadische Besiedlung des Wachtberger Raums in der Steinzeit. Tonarbeiten von Frau Rosemarie Werner aus Berkum veranschaulichten die Lebensweise und die Werkzeuge der Steinzeit.

Ganz anders war die Situation in der Römerzeit zwischen dem 2. und 4. Jh.: Sie ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte, durchgängige Besiedlung Niederbachems und intensive landwirtschaftliche Nutzung, wie bereits von Werner Heuer, dem Nestor der Niederbachemer Heimatforschung, 1986 in dem Heimatheft Nr. 13 „Römerspuren in Niederbachem“ geschildert. Der Weihestein eines Jupiteraltars und ein Hypokaustenstein in den Kirchenmauern, Mühlsteine und Getreidekörner in der alten Adenauerstraße, ein Töpfereibetrieb in der neuen Adenauerstraße, zwei Brandgräber in der Bondorfer Straße, Streufunde vom Broichhof und Säulenscheiben und Dachziegel des großen Gutshof („villa rustica“) am Landgrabenweg, heute noch als Flurname „Wüstenhof“ in Erinnerung geblieben, und Einzelfunde aus der Veteranensiedlung „Auf dem Höchsten“, am Übergang in die Voreifel und zum Ahrtal sind Hinweise auf eine kulturelle und bevölkerungsmäßige Siedlungskontinuität im Bachemer Tal trotz Zerstörungen in der fränkischen Landnahme 5. Jh. Mit rund 20 archäologischen Fundstücken aus der römischen Siedlungsepoche aus Privatbesitz und als Leihgaben des Rheinischen Landesmuseums, die meisten erstmals öffentlich gezeigt, wurde diese Kulturepoche vor Augen geführt.

Was bedeuten diese Befunde, diese Fundstücke für uns heute?

Die kritische Rückfrage stellt sich: Welche Werte, welche bleibenden Errungenschaften werde wir künftigen Generationen vermitteln?

Durch den Blick auf die Vergangenheit - durchaus auch kritisch, aber aus Kenntnis kritisch! - kann der Blick für die Erfordernisse der Gegenwart und Zukunft geschärft werden.

Zu danken ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bad Godesberger Kreditbank in Niederbachem und ihrem Vorstandsmitglied Dr. Jan Wassermeyer für die gastfreundliche Gestaltung der Eröffnung, Frau Dr. Ursula Heimberg vom Rheinischen Landesmuseum Bonn und allen privaten Leihgebern.

Dr. Dr. Harald Uhl

Exponate der Ausstellung „Begegnung mit der Geschichte“

Fundstück

Fundort

Leihgeber/-in

Feuersteinbeil aus der Jungsteinzeit (4000 – 2800 v.Chr.)
Material aus der Feuersteingrube Rijkholt bei Maastricht

unterhalb des Golfplatzes

Michael Meyer

Sonderbeitrag: Zeitspuren
Personengruppe und Werkzeuge der Steinzeit


Tonarbeit von Renate Werner, Wachtberg-Berkum

Original des Bruchstückes eines Jupiteraltars mit Weiheinschrift (Iovi) O(pti)M(o)

Kirche St. Gereon (dort ist im Turm eine Kopie zu sehen)

Rheinisches Landesmuseum Bonn

Randscherbe mit Deckelfalz eines rundwandigen Topfes

K.-Adenauer-Straße / Kesselfeldweg

Rheinisches Landesmuseum Bonn

Römisches Gefäßrandstück und Gefäßbruchstücke des 12./13. Jh.

Broichhof

Manfred Schaefer

Bruchstücke von verzierten Gefäßen

Konrad-Adenauer-Straße

Andreas Salm / Pfarrer Rolf Berchem

Bruchstücke von Kleingefäßen

Landgrabenweg

Werner Heuer

Dachziegel einer villa rustica

Landgrabenweg

Dr. Harald Uhl

Säulenscheiben aus einer villa rustica

Landgrabenweg

Elisabeth Luhmer

Zwei Wandscherben eines Firnisbechers mit Griesbewurf, Hals eines Einhenkelkrugs
Randscherbe eines Bechers mit Schuppen
Rand eines Topfes mit drei Rillen
Rand eines Topfes mit abgesetztem Hals, drei Schulterrillen
Austernschale
Estrichbrocken mit Farbresten

Veteranensiedlung Auf dem Höchsten

Rheinisches Landesmuseum Bonn

Hypokausten-(Fußbodenheizungs-)ziegel

Kirche St. Gereon

Rheinisches Landesmuseum Bonn

Randlippe eines Kruges

Konrad-Adenauer-Straße

Rheinisches Landesmuseum Bonn

Dachziegel einer villa rustica

Landgrabenweg

Carl Kessel