Ausstellung des Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem e.V.

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Historischer Bergbau in und um Niederbachem
Kupfer, Blei, Zink und Eisen

Vom 30.8.2007 bis zum 14.9.2007
während den Öffnungszeiten in den Schalterräumen der VR-Bank Bonn, Zweigstelle Niederbachem, Konrad-Adenauer-Str. 50 in Niederbachem

Idee u. Realisierung: Dr. Harald Uhl, HVN
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Bernd Habel, Königswinter

Liste der Exponate

In Nieder- und Oberbachem wurden im 19. Jh. zahlreiche Gruben zum Abbau von Kupfer, Blei, Zink und Eisen betrieben. Bedeutung erlangten allerdings nur die Bergwerke „Laura“ und „Philippine“ in Oberbachem bzw. bei Kürrighoven. So erhielten Abraham Bleibtreu (Erpel) sowie Engelbert und Christian Rhodius (Mülheim am Rhein) 1815 die Konzession zum Betrieb der Grube „Laura“, 1823 wird erstmals die Grube „Philippine“ derselben Eigentümer genannt. Es wurden mit zeitweise bis zu 200 Arbeitern – auch extern angeworbenen Bergleuten – Kupfer, Blei, Zink und Silber angebaut. Die beiden, 1896 zusammengelegten Gruben wurden unter wechselnden Eigentümern bis zum Beginn des 20. Jh. betrieben, die bergrechtliche Löschung erfolgte erst 1962. Da man auf alte Stollen stieß, kann vermutet werden, dass in diesem Gebiet schon im Mittelalter Bergbau betrieben worden war. Heute sind Schächte und Stollen verfallen, die Halden überwachsen. Einzelne Geländeeintiefungen (Pingen) und Abraumhalden erinnern an den historischen Bergbau. Auf dem Gelände der Grube „Laura“ befindet sich der bekannte Reitplatz, als Montanrelikt der Stumpf des ehemaligen Schornsteins der Schmelzanlage, bei Kürrighoven ein (gesichertes) Stollenloch..

Zwischen Nieder- und Oberbachem bestanden zwischen 1850 und 1880 zwei Eisenbergwerke „Iris“ und „Wilhelm I“. Die Konzession wurde 1850 an eine externe Eigentümergemeinschaft aus Düsseldorf bzw. Mülheim/Ruhr vergeben und umfasste wegen des obertägigen Abbaus Eisenlagerstätten in einem großen Gebiet – von Mehlem/Lannesdorf über Nieder- und Oberbachem bis Züllighoven. Hauptabbaugebiet war der „Deusenberg“ (heutiger Staßenname „Am Tossenberg“) zwischen Mehlem und dem Dächelsberg in Niederbachem. Nördlich dieses Gebiets erwarben die gleichen Eigentümer ebenfalls 1850 die Konzession für das zweite Eisenbergwerk mit der Bezeichnung „Wilhelm I“, das sich von Niederbachem bis Pech und Muffendorf erstreckte; seine Geschichte blieb bis zur bergrechtlichen Löschung 1969 mit der Grube „Iris“ verbunden.

Das Eisen wurde, meist als Eisen- bzw. Toneisenstein in Knollen, oberflächennah gewonnen. Die Eigentümer Friedrich August Deus, Heinrich Moll und Hermann Wilhelm von Eicken betrieben gemeinsam eine Eisenverarbeitungsanlage, die Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mülheim/Ruhr, die als Aktiengesellschaft 1926 mit der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerk- und Hütten AG zu Bochum fusionierte. Damals wurde der Wert der Grube Iris noch mit 200 RM angegeben. Erst 1969 wurden die Bergbaurechte der Grube Iris gelöscht, deren aktiver Betrieb allerdings bereits um 1880 eingestellt worden war. Abraumhalden auf dem Langenberg in Niederbachem und ein Stollenloch oberhalb des Auenkreuzes erinnern an die Geschichte des Eisenbergbaus in Niederbachem.

Mit dem Abbau von Basalt (Dächelsberg!), Ton, Sand und Kies wird die Bergbautradition des Drachenfelser Ländchens, heute Wachtberg, z.T. bis in die Gegenwart fortgesetzt.

Dr. Bernd Habel


Ausführlich dazu: Dr. Bernd Habel, Der ehemalige Bergbau in der Umgebung von Niederbachem, Heft 20 der Niederbachemer Hefte des Heimat- und Verschönerungsvereins Niederbachem (HVN), 36 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Fotos und Bergkarten, 5,50 Euro, erhältlich bei der Geschäftsführung des HVN, Gertrud Steinlein, Mühlenstr. 35, Wachtberg-Niederbachem, Tel. 0228 / 34 63 64


Exponate der Ausstellung „Historischer Bergbau in und um Niederbachem“

Fundstück

Fundort

Eisenspat (Siderit)

Loepe bei Engelskirchen

Eisenglanz (Hämatit)

Siegerland

Brauner Glaskopf (Goethit)

Hamm/Sieg

Eisenstein (Limonit)

Todenfeld bei Rheinbach

Eisenstein (Limonit)

Manderscheid

Toneisenstein (Oolith)

Oelinghoven bei Stieldorf

Toneisenstein (hist.Stück ca. 1860)

Dambroich (Pleistal)

Eisenstein

Niederbachem/Grube Iris

Bergmannslampe

Eitorf ca. 1900

Bergbaulore (Hunt)

2. Hälfte 19. Jh. (Modell)

Bergbaulore (Hunt)

1. Drittel 20. Jh. (Modell)

Kupferkies, dahinter Kupferblech

(Kupfer + Eisen + Schwefel)

Bleiglanz, dahinter Walzblei

(Blei + Schwefel)

Zinkblende, dahinter Zinkblech

(Zink + Schwefel)



Braunkohle

Brühl

Aragonit

Dächelsberg

Alaungips

Wachtberg

Eisenkristalle mit Lava

Rodderberg

Calcit und Pyrit (Kupfer)

Eifel

Sanidinkristalle

Dächelsberg

Calcit/Kupferkies/Schwefelkies/Schwerspat

Grube Meggen, Sauerland

Bleiglanz/Silber/Zinkblende/Schwerspat/Quarz

Grube Meggen, Sauerland

Schwefelkies/Kupferkies/Calcit/Quarz

Grube Meggen, Sauerland

Bleiglanz, Zinkblende, Quarz

Grube Meggen, Sauerland

Olivin auf Basalt

Eifel

Ahornblatt auf Braunkohle

Frechen

Fossile Landschnecken (Pliozän) auf Ton

Frechen

Braunkohle/Holz

Frechen

Biotit

Eifel



Azurit

Kupfergrube Servatius/Siebengebirge

Malachit

Kupfergrube Servatius/Siebengebirge

Bleiglanz

Grube Laura/Oberbachem

Zinkblende mit Silberspuren

Grube Laura/Oberbachem

Gangerz: Bleiglanz/Zinkblende

Grube Laura/Oberbachem

Kupferschiefer

Meerfeld (Harz)

Gediegener Kupfer

Meerfeld



Abraumgesteine mit Erzeinschlüssen

Grube Laura/Oberbachem

Basaltsäule

Dächelsberg



Historische Bergkarte der Grube Laura



Die Exponate 1 – 15 sind Leihgaben von Dr. Bernd Habel, Königswinter,

die Bergkarte von Axel Kolfenbach, Oberbachem/Essen,

die anderen Exponate stammen von Dr. Karl Fuß, Dr. Franz Goerlich, Johannes Paul, der Freiwilligen Feuerwehr, Gertrud Steinlein, Heinz-Dieter Willeke und Dr. Harald Uhl, alle Niederbachem.

Die Bilderrahmen sind Leihgaben des Fotoklubs Wachtberg, Kurt Hilberath, Niederbachem.

Die Bergmannsuniform ist eine Leihgabe des Bergbaumuseums Mechernich.