Vortrag    zum Bericht

Am Freitag den 27.März 2009 lädt der Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem zu einem Vortrag ein.
Anschließend findet die ordentliche Mitgliederversammlung des HVN statt.

Nationalepos und Lokalmythos
die Nibelungen
in Königswinter und anderswo


Vortrag von Studierenden des Institutes für Germanistik der Universität Bonn
unter der Leitung von Dr. Peter Glasner

um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum
Bondorfer Straße 18, Niederbachem

Seitdem die wirkungsmächtige Geschichte aus Liebe, Mannentreue, Verrat und kollektivem Untergang um 1200 erstmalig aufgeschrieben worden ist, wurde sie nach langem Dornröschenschlaf im 18. Jahrhundert wieder entdeckt, in zahllosen Gedichten, Dramen und Opern, aber auch in der darstellenden Kunst oder im Film immer wieder neu ‚erzählt’. Schon seit dem 19. Jahrhundert begegnen die Nibelungen nicht nur in bildungsbürgerlicher Hochkultur – etwa auf dem Grünen Hügel in Bayreuth –, sondern sogar als Dekorationsmotiv auf Zinntellern und Bierseideln oder als Touristensouvenir aus Erinnerungsorten vermeintlicher Schauplätze des Nibelungenliedes.
Als Ergebnis ihrer Arbeit haben die Studierenden gemeinsam mit dem Konstanzer Studiengang Literatur-Kunst-Medien von Prof. Dr. Albert Kümmel-Schnur eine Ausstellung konzipiert und realisiert, die in Königswinter im Siebengebirgsmuseum, in der Nibelungenhalle und in Schloß Drachenburg bis zum 15. Februar 2009 zu sehen war. Die gleichnamige Begleitpublikation Nibelungen – Mythos, Kitsch, Kult wirft Schlaglichter auf faszinierende Rezeptionsgeschichten sowie auf das Forschungs- und Ausstellungsprojekt der Studierenden.

In einem intermedialen Vortrag, gestützt auf Textrezitation und Filmeinspielungen, präsentieren die Bonner Studierenden die Wirkungsmacht des Nibelungenliedes, das im 19. und 20. Jahrhundert zum Nationalepos stilisiert wurde, mit Blick auf Königswinter auch als Geschichte eines Lokalmythos, der am Fuße des Drachenfels lokales Sagengut mit dem Nibelungenlied kühn verwoben hat.

Alle Mitbürger sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.