Naturkundliche Exkursionen mit dem HVN zum Bericht

Am Samstag den 5.Juli 2003 lädt der Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem ein zur Exkursion

Was da kreucht und fleucht


Naturkundliche Exkursion zur Tier- und Pflanzenwelt an Wachtberger Bachläufen.

Festes Schuhwerk wird empfohlen.
Lupe und Schmetterlingsnetz sind nützlich.

Treffpunkt:

15.00 Uhr an der Raiffeisenbank in Oberbachem

Dauer


Leitung:

Axel Ssymank vom Bundesamt für Naturschutz

Alle Naturinteressierten, ob groß oder klein, sind herzlich eingeladen.


Nachbetrachtung:

Welch wichtige Bedeutung die artenreichen, zweiflügeligen Schwebfliegen für die Wild- und Kulturpflanzen haben, wußte zunächst keiner - bis Herr Axel Ssymank vom Bundesamt für Naturschutz 24 Naturfreunde, Erwachsene und 7 Kinder, durch das Züllighovener Bachtal führte. Herr Ssymank hat die „Vegetation und die blütenbesuchenden Insekten in der Kulturlandschaft“ - so der Titel seiner umfangreichen Arbeit im Drachenfelser Ländchen - gründlich untersucht.

Am Vormittag hatte es noch geregnet. Doch am trüben aber trockenen Nachmittag waren viele der kleinen Insekten, die man normalerweise kaum beachtet, schon wieder auf den Blüten zu finden. Die Kinder fingen sie mit Geschick in ihren Netzen ein und betrachteten und bestimmten sie mit Herrn Ssymank in ihren Lupenboxen.

Die Schwebfliegen, neben den Bienen die wichtigsten Blütenbesucher und -bestäuber, helfen auch den Obstbauern bei der Bestäubung. Sie sammeln Pollen und Nektar. Ihre Larven vertilgen 300 Blattläuse pro Nacht! In den Gärten leben 30 bis 40 Arten, und im Drachenfelser Ländchen konnte Herr Ssymank 174 Arten nachweisen.

Viele Pflanzengemeinschaften lernte man kennen auf dem Weg das Tal hinauf. Die Baumschicht aus Schwarzerlen, Weiden und Eschen, die Strauchschicht mit Hasel und Traubenkirsche und die üppige Krautschicht mit Ruprechtskraut, Waldziest, gefleckter Taubnessel, Giersch und Brennnessel, an feuchten Stellen duftendes Mädesüß und Blutweiderich, an Ackerrändern giftige Hundspetersilie und Wilde Möhre, an trockenen Stellen Dost und Thymian und auf den Wegen strahlenlose Kamille und Vogelknöterich. Wichtig zu kennen ist der Unterschied zwischen niederem einheimischem und eingewandertem Bärenklau, der bei Licht Verbrennungen verursacht. Auf dem Bärenklau tummelten sich eine Vielzahl von Fliegen. Alle Pflanzen haben ihre speziellen Blütenbesucher.

Viele Aspekte des Zusammenwirkens von Pflanzen und Insekten konnte Herr Ssymank nur antippen. Und die Mitwanderer staunten und waren beglückt von den Wundern der Natur, die sie an diesem Nachmittag erlebten.

Gertrud Steinlein