Wanderungen mit dem HVN

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Am 19 Januar 2002 lädt unser Wanderführer Wolfgang Petto alle interessierten Wanderfreunde ein, die Landschaft der näheren Umgebung zu genießen.

Winterwanderung

über den „Eisenweg

Samstag, 19. Januar 2002


Treffpunkt:

10.00 Uhr an der Kirche St. Gereon in Niederbachem

Anfahrt:

Mit PKW (Fahrgemeinschaften) nach Ahrweiler, Parkplatz hinter dem Kloster Calvarienberg; ca. 20 km

Wanderstrecke:

Über Rundweg 14 zum „Eisenweg“. Dort Informationen und Überreste der römischen Eisenerzgewinnung und -verhüttung im Ahrweiler Stadtwald. Einkehr im Halfenhof in Ramersbach. Weiter zur Florianshütte und durch das Tiefbachtal zurück zum Ausgangspunkt. Ca. 14 km. Je nach Wetterlage ist Abkürzung möglich.

Rückkehr:

ca. 16 Uhr

Wanderführer:

Wolfgang Petto, Telefon: 0228 34 47 71

Alle Wanderfreunde sind herzlich eingeladen!

Winterwanderung über den „Eisenweg“ am 19.Januar 2002

Der „Eisenweg“ im Ahrweiler und im Bad Neuenahrer Stadtwald war Ziel der diesjährigen Winterwanderung des Heimat- und Verschönerungsvereins, zu der sich trotz etwas ungewisser Wetteraussichten zwölf Wanderfreunde trafen. Der Eisenweg ist eine hervorragend markierte, und mit mehreren Schautafeln versehene Teilroute der „Historischen Straße“, die von der Kreisverwaltung Ahrweiler und den angrenzende Gemeinden eingerichtet worden ist, um unterschiedliche Formen historischer Bodennutzung vorzustellen, die in der Vergangenheit das Landschaftsbild des heutigen Kreises Ahrweiler geprägt haben. Im Mittelpunkt des Eisenwegs steht dabei die römerzeitliche Eisenerzgewinnung und -verhüttung.

Nach problemloser Anfahrt wurde Start und Ziel, der Wanderparkplatz „Alte Mauer“ an der Ramersdorfer Straße, erreicht. Die vorangegangenen winterlichen Tage hatten hier noch deutliche Spuren hinterlassen. Der ganze Platz war eine spiegelglatte Eisfläche, die nur an den äußersten Rändern ein Abstellen der Fahrzeuge zuließ. In ähnlichem Zustand waren - wie sich später zeigte - noch weite Teile der gesamten Wanderstrecke. Nach einer kurzen Einführung und dem Blick auf eine Infotafel, die über die wichtigsten Punkte der Wanderstrecke informierte, ging es dann - wegen des Eises mit der gebotenen Vorsicht - los. Schon bald war ein altes Gräberfeld erreicht, das dem römischen Verhüttungsbetrieb zugerechnet wird, aber noch weitgehend unerforscht sein soll. Weiter ging's zu einer ehemaligen Schürfgrube, in der oberflächennaher eisenerzhaltiger Brauneisenstein abgebaut wurde. Deutlich sind noch entsprechende Vertiefungen, sog. Pingen, und erzhaltige Steinbrocken zu erkennen. Von hier wurde das gewonnene Gestein zu unserer nächsten Station, einer ehemaligen Eisenschmelzhütte aus der Römerzeit, gebracht. Von den Archäologen freigelegte Mauerreste, zwei rekonstruierte Röstöfen und eine sehr informative Schautafel lassen deutlich die Größe der Anlage und ihre Funktionsweise erkennen. Zwei kleinere Tümpel in unmittelbarer Nähe der Anlage haben sich inzwischen zu ökologisch wichtigen Biotopen entwickelt, in denen sich seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt haben.

Weitere Spuren alter Abbaustellen von Brauneisenstein mit Informationen über die geologische Entstehung dieses eisenerzhaltigen Gesteins fanden sich an einer zweiten Ausgrabungsstelle am „Breite Kopf“. Der Weg führte als nächstes zur „Alten Mauer“ einem ehemaligen Basaltsteinbruch, der einen Blick ins Innere eines vor ca. 36 Millionen Jahren ausgebrochenen Vulkans erlaubte. Die Bezeichnung „Alte Mauer“ könnte von einer vermutlich vorchristlichen Befestigungsanlage (nach Art der bekannten Ringwälle) hindeuten. Auf dem weiteren Weg nach Ramersbach bot sich nach Verlassen des Waldes ein herrlicher Rundblick weit ins Land einschließlich Siebengebirge und Werthhovener Kugel.

Erholung und Stärkung gab's im Ramersbacher „Halfenhof", einer ehemaligen Scheune, die zu einer anschaulichen Gaststätte mit zahlreichen weiteren Informationen über die Geschichte des Ortes, den örtlichen Erzbergbau, die Eisenverhüttung und die Holzkohleerzeugung aufwartet. Der Rückweg zum Parkplatz führte leicht bergab durchs Tiefbachtal. Mitten im Wald sind dort die Grundrisse eines ehemaligen römischen Gutshofes zu erkennen. Die hier aufgestellte Informationstafel zeigt und beschreibt eine eindrucksvolle farbige Rekonstruktion der Anlage, deren Standort wohl mit dem Quellgebiet des Tiefbachs zusammenhängt. Damit waren alle besonderen Anlaufstellen dieses Rundwegs erreicht. Mit den letzten Schritten durch zwar schneefreien, aber winterlichen Wald endete für alle wohlbehalten eine etwa fünfstündige Wanderung, die durch die fachmännischen und ausführlichen Erläuterungen eines mitwandernden Geologen zu vielen Punkten eine ganz besondere Bereicherung erfuhr.

Wolfang Petto