Wanderungen mit dem HVN

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Am 7.Mai 2000 lädt unser Wanderführer Hermann Langguth wieder alle interessierten Wanderfreunde ein, die Landschaft der näheren und weiteren Umgebung zu genießen.

Frühlingswanderung
zum Königssee
Sonntag, 7. Mai 2000


Treffpunkt:

10.00 Uhr an der Kirche St. Gereon in Niederbachem

Anfahrt:

Mit dem PKW über Berkum, Fritzdorf, Ringen, Bad-Neuenahr, die L 83 bis zum Parkplatz auf halber Strecke nach Königsfeld; 25 km

Wanderstrecke:

Ab Parkplatz nach Schalkenbach, dann über den 475 m hohen Weiselstein, dann über die Schirmau zum Königssee, über Dedenbach zum Parkplatz zurück;
16 km; Rucksackverpflegung

Rückkehr:

ca. 17.30 Uhr

Wanderführer:

Hermann Langguth, Telefon: 0228 34 79 04



Alle Wanderfreunde sind herzlich eingeladen!

Auf dem Parkplatz neben der Kirche St. Gereon in Niederbachem begrüßen sich alte und neue Wanderfreunde des HVN. 16 Wanderer haben sich eingefunden. Wanderführer Hermann Langguth gibt das Zeichen zum Aufbruch und ohne lange Diskussionen füllen sich einige Autos, 10,40 Uhr geht’s los.
Wir fahren zum Waldparkplatz an der Straße von Neuenahr nach Königsfeld. Zunächst geht es durch einen schattigen Buchenwald. Der Waldboden ist bedeckt mit Blaubeersträuchern. Wir nehmen uns vor, im August zum Blaubeerpflücken wiederzukommen. Hin und wieder gibt es Ausblicke auf Wiesen und Hecken, gewundene Bachläufe und Hügel. Der Frühling hat die Winterland-schaft in lichthelles Grün verwandelt. Goldgelber Ginster setzt leuchtende Farbtupfer.
So kommen wir plaudernd in verschieden wechselnden Grüppchen nach Schalkenbach. Der springlebendige Vinxtbach durchquert den Ort, eingefaßt und überspannt mit Brückchen aus altem grauen Stein. Das Dorf ist liebevoll gepflegt. Haben die Einwohner vielleicht auch einen Heimat- und Verschönerungsverein?
Durch das Vinxtbachtal wandern wir weiter und erspähen gegen Mittag durch das Laub der Bäume das Glockentürmchen auf dem Dach von Waldgut Schirmau. Just in diesem Moment schlägt die Glocke 12 Uhr. Dort wollen wir Mittagsrast machen. Zunächst jedoch geht es erst einmal ein kleines Stück bergan zum Weiselstein. Hier auf der Höhe von 475 m NN steht ein 10 m hoher hölzerner Turm. Die „Naturfreunde oberes Vinxtbachtal” hatten 1994 die Idee dort einen Aussichtsturm zu errichten. 1995 konnte er schon eingeweiht werden. Wir steigen natürlich alle hinauf um den herrlichen Rundblick bis hin zum Siebengebirge zu genießen.
Wie ein Teppich breitet sich zu unseren Füßen eine weite Wacholderheide aus.
Noch 5 Minuten, dann sind wir auf Gut Schirmau”, verkündet unser Wanderführer. Eine Gruppe eilt, vom Hunger getrieben, schon voraus. Eine zweite Gruppe setzt sich, im Gespräch vertieft, auch in Bewegung. Nach einer Weile rufe ich, „Frau Müller, wie lang sind eigentlich fünf Minuten”? . Wir halten an und stellen fest, irgendwann sind wir einer falschen Gruppe in die entgegengesetzte Richtung nachgegangen. Müde, hungrig und durstig, aber höchst amüsiert über uns selber, gehen wir den Weg zurück. Auf Gut Schirmau empfängt uns das Gelächter der mittlerweile an Leib und Seele gestärkten „klugen” Wanderer.
Aber auch für uns Hinterbliebene war noch etwas Zeit für einen köstlichen Salat aus der Gutsschenke, der ehemaligen Remise.
Schnell machen wir noch einen Besuch bei den gerade geborenen Zicklein. Der Hof betreibt unter Anderem auch eine Ziegenzucht.
Waldgut Schirmau, auf den Grundmauern einer römischen Siedlung erbaut, wurde von seinen letzen Besitzern Max und Emmy von der Leyen 1977 der Stadt Krefeld vermacht. Dafür mußte sich die Stadt verpflichten, ein Erholungsheim für alte und bedürftige Krefelder Bürger einzurichten. Die Stadt Krefeld übernahm mit diesem Erbe eine drückende und kostspielige Last. Das Haus war lange unbewohnt und daher in einem miserablem Zustand. Die Besitzer hatten ihre letzten Jahre aus Altersgründen in ihrer Villa in Bad Godesberg verbracht.
1986 aber war es dann so weit. Waldgut Schirmau wurde seiner Bestimmung übergeben. Hier in dieser wunderschönen Eifellandschaft können sich jetzt die Gäste erholen.
Wir aber wollen weiter, an Oberdürenbach vorbei mit Blick auf die Olbrück, zum Königssee, einem ehemaligen Basaltsteinbruch. Herrlich muß es sein hier im Sommer zu baden. Auf dem Steimerich, wie das Gebiet heißt, wurde von 1924 bis zum zweiten Weltkrieg Basalt gebrochen.
Zurück geht es zur Schutzhütte „Schau ins Land” auf dem Stucksberg bei Dedenbach. Hier rasten wir noch einmal. Die letzten Reste der Rucksackverpflegung werden verteilt und vertilgt.
Ein letzter Blick auf Königsfeld und Schalkenbach und wir ziehen, von einem Donnergrollen hinter uns zur Eile getrieben, zu unserem Parkplatz zurück.


Es war wieder einmal ein schöner Wandertag, losgelöst vom Alltag, mit netten Leuten, einem bewährten Wanderführer und vom Wetter verwöhnt.

Dank an alle, die dazu beigetragen haben und einen besonderen Dank an unseren Hermann.

A. Thelen