Wanderungen mit dem HVN

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Am 29 April 2001 lädt unser Wanderführer Wolfgang Petto alle interessierten Wanderfreunde ein, die Landschaft der näheren Umgebung zu genießen.

Frühlingswanderung
ins Nitzbachtal


Sonntag, 29. April 2001


Treffpunkt:

10.00 Uhr an der Kirche St. Gereon in Niederbachem

Anfahrt:

Mit PKW über die A 61 bis Ausfahrt Wehr, weiter über Bell Richtung Ettringen/Mayen, vor Ettringen rechts ab ins Nettetal, dort links bis Schloß Bürresheim, dann rechts ab nach Nitztal; ca. 50 km

Wanderstrecke:

Ab Parkplatz in Nitztal am Steinerbach entlang zum Vulkanweg, weiter durch die Blumenrather Heide und über Virneburg zur Kapelle und Mühle St. Jost. Dort Einkehrmöglichkeit. Dann weiter durch das Nitzbachtal zum Ausgangspunkt; ca. 16 km

Rückkehr:

ca. 17 Uhr

Wanderführer:

Wolfgang Petto, Telefon: 0228 34 47 71

Alle Wanderfreunde sind herzlich eingeladen!

Der Regen am Morgen hatte alles blank gewaschen. Doch um 10 Uhr beim Treff an St. Gereon ließ die Sonne tausende Tropfen funkeln, und 18 Wanderer freuten sich auf einen schönen Wandertag.


Die 50 km lange Autofahrt führte - diesmal mit Wanderführer Wolfgang Petto - in ein Gebiet, das der HVN noch nicht erkundet hatte, nämlich in den Mayener Hinterwald, ein großes wasserreiches Waldgebiet nordwestlich von Mayen. Bei Schloß Bürresheim, wo der Nitzbach in die Nette fließt, bogen wir nach Nitztal ab. Dort außerhalb des Dorfes bei der Mündung des Steinbaches in den Nitzbach - schon fast „am Ende der Welt“ - begann der Fußmarsch. Die beiden Jungen, die dabei waren, freuten sich über den tiefen Wasserlauf und stiegen auch gleich hinab, um Steine hineinzuwerfen und mit Stöcken zu stochern.


Nun ging es durch den Wald stetig bergan das Steinbachtal hinauf. Überall rann Wasser von den Hängen und sammelte sich in Pfützen, in denen schon die Kaulquappen der Bergmolche geschlüpft waren, lief über den Weg und ließ den kleinen Steinbach zu einem flotten Wasserlauf anschwellen. Nach einer Stunde Anstieg etwa erreichten wir den mit V gekennzeichneten Vulkanweg, einen langen Wanderweg durch die vulkanische Eifel. Jetzt ging es ebener voran. Am Weg grüßte ein Gedenkstein aus Basaltlava, geschmückt mit Engel, Kreuz und Werkzeug, vielleicht ein Hinweis auf den Pilgerweg nach St. Jost, das wir später ereichen sollten. Es begann etwas zu regnen, und wir mußten die Schirme aufspannen. Hier auf ca. 525 m Höhe war die Natur noch zurück. Die Buchenblättchen spitzten erst. Der Wald wirkte noch grau. Im Naturschutzgebiet Blumenrather Heide wuchsen auf magerem Boden mit Flechten bewachsene Moorbirken, Ginster und Wacholder, Weißdorn und kleine Eichen. Dann öffnete sich der Wald und man sah die Dörfer der Eifel und in der Ferne die Nürburg liegen.


Nun ging es abwärts nach Virneburg im Nitzbachtal. Der Regen hatte wieder aufgehört. Im Gasthaus „Zur Burg“ kehrten wir ein, um uns zu erholen und zu stärken. Vor uns lag die wuchtige Burgruine mit Ober- und Niederburg und einer Kapelle auf halber Höhe. Sie ist die Stammburg der Grafen von Virneburg und wurde 1041 erstmals erwähnt in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Poppo. Vom 13. bis Anfang des 15. Jahrhunderts war das Grafengeschlecht der Virneburger zu einem der bedeutendsten im Rheinland geworden. 1546 starben die Virneburger aus.. Das Besitztum wurde Kurtrierer Lehen. Später fiel der Besitz an die Grafen von Löwenstein-Wertheim. 1689 wurde die Burg von den Franzosen zerstört.


Weiter folgten wir dem Nitzbach. Er war durch den Regen der Vortage zu einem ansehnlichen Flüßchen angeschwollen, scheinbar wasserreicher als die Nette. Er schlängelt sich durch Feuchtwiesen mit Sumpfdotterblumen, an schiefrigen Hängen vorbei, über die kleine Wasserfälle stürzen, unter umgestürzten Bäumen hindurch, nimmt Nebenbäche auf. Am Zusammenfluß des Achterbachs mit dem Nitzbach liegt das Wallfahrtsörtchen St. Jost mit ehemaliger Mühle, das im September Ziel der Jodokuswallfahrer ist. Jodokus war ein bretonischer Königssohn, der als Einsiedler in Runiac lebte. Sein Symbol ist die Krone zu seinen Füßen, um ihn von Jakobus (mit der Muschel) zu unterscheiden. Vor der spätromanischen Kapelle steht ein Basaltlavakreuz von 1994 mit der Aufschrift „Der Weg ist das Ziel.“ - Mayen-Santiago de Compostela, 2128 km. Über die große Wallfahrtswiese und durch Wald kamen wir wieder an den Nitzbach. Der Weg zog sich noch lang bachabwärts bis zu den Autos. Doch dem aufmerksamen Wanderer wird’s nicht langweilig. Er sieht viel. Baumflechte (Irisch Moos) kullerte über den Weg. Die moosbewachsene Grauwacke trat aus dem Buschwerk hervor, über die kleine Wasserläufe stürzten. Seltene gelbe Buschwindröschen und Scharbockskraut schmückten den Waldboden. Auch wieder Tümpel mit Molchlaich und Kaulquappen. Genügend Steine, um zu probieren, ob man vom steilen Ufer die Bachmitte erreicht. Schließlich nach 18 km waren wir um 17.30 Uhr wieder bei den Autos - gut durchgelüftet und froh und glücklich, daß wir uns trotz schlechter Wetterprognose auf den Weg gemacht hatten.

Gertrud Steinlein